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Seminar Series

Melbourne-Monash German Seminar Series 2/2009

Dr Silke Hesse,
Monash University

„Dem jubelnden Propheten“: Über Glücksvorstellungen in Else Lasker-Schülers „Peter Hille-Buch“ (in German)

Abstract:
Das Referat wird sich mit Else Lasker-Schuelers fruehem Schluesselroman 'Das Peter Hille-Buch' (1906), einem Gedaechtnis-Buch fuer den verstorbenen Schriftsteller, unter dem Gesichtspunkt der Gluecksvorstellungen dieser Dichterin im Rahmen ihrer Zeit beschaeftigen. Vermutliche Anspielungen auf u. a. Texte von Nietzsche, Hauptmann und Martha Hellmuth werden aufgeschluesselt und besprochen.

 

Friday, 31 July

3:30 to 5 pm
Room 501, Arts Centre, University of Melbourne

A/Prof Heinz Josef Kreutz,
Monash University

Diskursforschung, soziale Wirklichkeit und Fremdsprachenforschung (in German)

Abstract:
Was unter Diskurs zu verstehen ist, wird in den jeweiligen Geistes- und Sozialwissenschaften entsprechend von ihren eigenen, oftmals interdisziplinären, Spielregeln vorbestimmt. Ernsthafte Versuche zur Begriffsbestimmung stehen allerdings noch aus. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Diskursforschung im internationlen und in den letzten Jahren besonders im deutschsprachigen Raum eine beträchtliche Stabilisierung und Institutionalisierung erfahren hat, soll der Versuch unternommen werden, eine neuere Diskursforschung vorzustellen, in deren Mittelpunkt die Bedeutung symbolischer Ordnungen für die Vermittlung gesellschaftlicher Weltverhältnisse steht. Das Potential inhaltlich orientierten Fremdsrpachenunterrichts für die Entwicklung einer an Wissensinhalte gebundenen Sprach- und Diskurskompetenz soll anhand aktueller Beispiele aus der Unterrichtspraxis veranschaulicht werden.

 

Friday, 4 September

3:30 to 5 pm
Room 501, Arts Centre, University of Melbourne

Dr Birgit Lang,
University of Melbourne

Die Erfindung des Masochismus. Zum Verhältnis von Sexualwissenschaften und Literatur (in German)

Abstract:
Im Jahr 1870 publizierte der österreichische Autor Leopold von Sacher-Masoch jenes Werk, das ihn berühmt machen sollte: eine Novellensammlung mit dem Titel Die Liebe. Die Rückkehr des Ich-Erzählers Leopold von Sacher-Masoch in das habsburgische Galizien, die Landschaft und Gesellschaft seiner Kindheit, bildet dabei den Rahmen der Erzählung und die Folie seiner Auseinandersetzung mit dem Darwinismus. Diese erlaubt ihm nicht nur die provokante Lösung der bürgerlichen Geschlechterfrage in der feudalherrschaftlichen Peripherie der Habsburgermonarchie, sondern auch die Darstellung der „Nachtseiten“ der Liebe (Stichwort: Venus im Pelz). Zwanzig Jahre darauf waren es eben diese, für welche sich eine der zentralen Gründungsfiguren der Sexualwissenschaft, Richard von Krafft-Ebing, interessierte. Die wissenschaftliche Begriffsbildung „Masochismus“, die für den deutschsprachigen Raum als Urszene der hierarchischen Ausdifferenzierung zwischen ‚objektiver‘ Sexualwissenschaft und ‚subjektiver‘ Literatur gilt, war in diesem Zusammenhang nicht der Ausdruck einer stigmatisierend gemeinten Pathologisierung, sondern Anerkennung einer außerwissenschaftlichen, literarischen Darstellungskompetenz. Aufstieg wie Fall Sacher-Masochs standen in Zusammenhang mit Aussagen von Patienten Krafft-Ebings, die sich in den Schriften Sachers wiedererkannten (Aufstieg), die dem Arzt aber im Laufe der Zeit auch Informationen über Sachers eigene masochistische Praktiken zutrugen (Fall). Dies führte zur Aufkündigung des in der Rahmenerzählung fixierten Verhältnisses zwischen Autor und Werk, in der Sacher als Beschreiber des Masochismus aufgetreten war. Diese Aberkennung machte den Autor zum sexualwissenschaftlichen Fall und leitete jene bald allgemein übliche Gleichsetzung von Autor und Werk ein, die das Verhältnis der Sexualwissenschaften zur Literatur fortan dominierten.

 

Friday, 11 September

3:30 to 5 pm
Room 501, Arts Centre, University of Melbourne

Dr Leah Gerber, Monash University

Intercultural Encounters: Markus Zusak's The Book Thief in German translation (in English)

Abstract:
Markus Zusak, who was born and raised in Australia to an Austrian father and German mother, writes from a unique intercultural perspective: The Book Thief (2005) bears the backdrop of Nazi Germany, inspired by his mother's stories of war and persecution. This paper considers issues of translation and interculturality in the German translation of Zusak's novel, Die Bücherdiebin (2008), comparing this with translations of other Australian children's texts that are in some way 'culturally familiar' to German-speakers.

 

Friday, 18 September

3:30 to 5 pm
Room 501, Arts Centre,
University of Melbourne

Dr Leo Kretzenbacher,
University of Melbourne

Raging against Rilke: Reinhard P. Gruber’s Zweimal 100 Gedichte gegen Gedichte (‘2 times 100 poems against poems’) as a renewal of anti-poetry  in the Alberto Caeiro /Fernando Pessoa tradition (in English)

Abstract:
The Austrian author Reinhard P. Gruber, a member of the “Grazer Gruppe” group of authors, has managed, like a good number of his fellow group members, to be both avantgardist and popular at the same time - not necessarily a common feat in German literature. His small volume of poems entitled Zweimal 100 Gedichte gegen Gedichte (‘2 times 100 poems against poems’) (2004), represents a seemingly grumpy and rough rejection of all poetry. At second glance, this rejection is highly poetical itself in its formal and functional allusions to a tradition of anti-poetry which in the 20th century has found its most important voice in Fernando Pessoa’s “heteronym” of Alberto Caeiro.

 

Friday, 9 October

3:30 to 5 pm
Room 501, Arts Centre, University of Melbourne

German Studies

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